Leseprobe:

Fledermaus-Affäre

... Als es klingelte, schreckte er auf aus einem traumlosen Schlaf. Sein Herz pochte. Wer konnte so spät noch zu ihm wollen? Er rührte sich nicht und wartete. Eine Weile blieb es still. Doch dann klingelte es von neuem und er sah auf die Uhr. Es war doch mitten in der Nacht!

Wütend rappelte er sich auf. So schnell er konnte, schlurfte er hinaus und betete, dass Frieda nicht wach geworden war. Vor ihrem fürsorglichen Geschwätz fürchtete er sich mehr als vor nächtlichen Besuchern.

Es dauerte eine Weile, bis er die mächtige Tür entriegelt hatte.

Umständlich hantierte er mit den Schlüsseln und brummte: "Welcher Idiot klingelt denn hier um diese Zeit? Ich kann nur hoffen, dass es wichtig ist! Was für eine Unverschämtheit!"

Endlich riss er mit Schwung die Hautür auf.

Und taumelte zurück. Vor ihm stand ein Mann mit großen Augen, fettigem, schlecht geschnittenen Haar in einem viel zu dünnen Mantel.

Eine Sekunde lang starrten sie einander an.

Herbert Mainl erkannte den anderen sofort. Und in diesem Moment wusste er auch, wovor er sich all die Jahre gefürchtet hatte: dem Zorn und der Rache dieses einen Menschen. Wo er nur die ganze Zeit gewesen sein mochte? Und wo kam er jetzt auf einmal her?

Blitzschnell schossen ihm die Gedanken durch den Kopf und er reagierte schneller als der andere, jüngere. Bevor dieser sich noch rühren konnte, warf Herbert Mainl die Tür zurück ins Schloß, stemmte sich keuchend mit dem Körper dagegen und verriegelte sie.

Der andere aber musste die Angst und den Zorn in Mainls Augen wohl bemerkt haben. Denn er trommelte triumphierend gegen das massive Holz. "Mach auf, du Schwein. Ich kriege dich doch!"

"Ich rufe die Polizei, wenn Sie nicht sofort verschwinden!" Es war ein hilfloser Versuch und Mainl wusste es. Eigentlich hatte er sich schon fast damit abgefunden, den Feind hereinlassen zu müssen. Er wollte schließlich keinen Skandal. Vielleicht ließ sich alles gütlich regeln. Mit Geld. Mit klopfendem Herzen horchte er. Wenn der andere nur noch ein Wort sagte, würde er ihn hereinlassen.

Draußen aber blieb es still.

Dann hörte er ein leises Flüstern. "Ich gehe jetzt. Aber ich kriege dich doch."

"Das werden wir sehen", murmelte Herbert Mainl. Also hatte auch der andere Angst. Vor der Polizei. Umso besser.

Erleichtert lauschte er, wie sich draußen auf dem Kies Schritte langsam entfernten. Erst als alles wieder ruhig war, löschte er die Lichter und schlurfte zurück in sein Arbeitszimmer. Er schürte das Feuer, ließ sich matt in den Sessel fallen und schlug die Decke um die Knie, als sei nichts geschehen.
Die äußere Gelassenheit täuschte. Sein Herz pochte so laut, dass er kaum denken konnte, und jedes Mal, wenn ihm die Augen zufielen, hatte er mit grausamer Deutlichkeit das finstere, wütende Gesicht seines Besuchers vor sich.

Am nächsten Morgen fand Frieda ihren Chef zusammengekauert vor dem längst erkalteten Kamin ...Jetzt-kaufen-bei-Amazon-1

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